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medico-Newsletter: Zum Widerstand verpflichtet


Liebe Leserinnen und Leser,

"schon seit Tagen fließt in Kabul Blut. Erst der Anschlag auf die Deutsche Botschaft mit 150 Toten und ungezählten Verletzten. Dann erschießt die Polizei acht Demonstranten, die gegen die Taliban und gegen die Regierung protestiert haben. Als wir die getöteten Demonstranten beerdigen, kommt es wieder zu einer Explosion. Während alle fliehen folgt eine weitere Explosion. Wieder zehn Tote, wieder viele Verletzte. Wir selbst haben überlebt, sind schockiert und verzweifelt."

So heißt es in einer Email, die uns von unserer afghanischen Partner-Organisation Afghanistan Human Rights and Democracy Organisation (AHRDO) erreichte. Deshalb sagt Thomas Seibert, "die Wiederaufnahme der Abschiebungen nach Afghanistan ist ein Menschenrechtsverbrechen ersten Ranges." Weil alle im Land, auch die Bundesregierung, die Lage in Afghanistan kennen, ist ein Abgeschobener nach Afghanistan "im Sinne der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein Opfer von 'Tyrannei und Unterdrückung'. Und deswegen wäre er oder sie zum letzten Mittel des Widerstands berechtigt, zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung.

Nicht nur die unmittelbar Betroffenen - auch wir sind zum Widerstand aufgerufen. Und wir haben dabei mehr Möglichkeiten als diejenigen, die ihres Menschenrechts beraubt werden.

Den Fall eines Menschen, der auf andere Art seines Menschenrechts beraubt wurde, beschreibt unsere ehemalige Praktikantin Maria Hartmann: Kolu Bilisuma floh nach Europa, um der Verfolgung in seinem Heimatland zu entgehen. In den europäischen Lagern wurde er so zermürbt, dass er schließlich einer "freiwilligen Rückkehr" zustimmte - mit verheerenden Folgen. Die Regierungen der Europäischen Union entziehen sich der Verantwortung im Umgang mit den Konsequenzen der gepriesenen "freiwilligen Rückkehr".

Widerstand gegen die US-amerikanische und mexikanische Abschottungspolitik leisten die medico-Partner in der Migrantenherberge La72 im Süden Mexikos. Eine Insel des zivilen Ungehorsams inmitten einer Kultur der Gewalt und Straflosigkeit. Widerstand leisten auch die nicaraguanischen Bauern, die vom Bau des Nicaragua-Kanals oder seinen Sub-Projekten bedroht sind. Peter Biermann schreibt über beide Themen.

Abschließend lege ich Ihnen den Text von Anne Jung über die verheerende Afrikapolitik der G20-Staaten ans Herz. Auf dem Gipfel für globale Solidarität, der in der kommenden Woche in Hamburg anlässlich des G20-Gipfels stattfindet, finden Sie medico am Infostand, bei Podien mit PartnerInnen aus Mexiko und Mali und auf Workshops.

Eine gute Lektüre wünscht

Moritz Krawinkel

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"Freiwillige Rückkehr"?

Kolu Bilisuma wird verraten

Geflüchtete in Europas Lagern werden zermürbt, damit sie einer „freiwilligen Rückkehr“ zustimmen – mit zum Teil verheerenden Folgen. Von Maria Hartmann und Kolu Bilisuma

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