medico-Report 22: Genozid an den Kurden in der Türkei?

Verfolgung, Krieg und Zerstörung der ethnischen Identität

Die Menschen Kurdistans erinnern den Angriff mit chemischen Waffen auf ihre Bevölkerung, sie erinnern die Vernichtung von 4000 Dörfern und Städten, sie haben vor Augen die weitere Vertreibung und andere gefährliche Auswirkungen der aktuellen Staudammbauten im Rahmen des türkischen GAP-Projektes, durch die in Kurdistan ein Gebiet fast von der Größe der Schweiz überflutet wird. Was ihnen geschah, erfüllt zusammengenommen sicherlich den Tatbestand quasi genozidaler Handlungen und von schrecklichen Bedrohungen, die noch immer kein Ende gefunden haben.

Professor Desmond Fernandes (Großbritannien) hat eine umfangreiche Studie darüber verfaßt, was er als vollzogenen Völkermord verstanden wissen will. Ronald Ofteringer (Berlin) stellt sein Urteil in Frage und schlägt vor, die Aufarbeitung der ungeheuerlichen Verbrechen der Vergangenheit an den Menschen Kurdistans in eine Richtung zu übertragen, die es möglich macht, sie rechtsförmig zu Protest zu bringen, um Forderungen auf Reparationen & Entschädigungsleistungen einklagbar zu formulieren, auch damit sie praktischer Menschenrechtsarbeit dienen und – vor allem – die notwendigen Schritte für eine demokratische Transformation in der Türkei stimulieren.

Die Untersuchung von Fernandes und die produktive Kritik von Ofteringer dienen zugleich als materiale Grundlage für das medico-Projekt einer »Internationalen Wahrheitskonferenz für die Türkei«.

Der medico-Report 22 ist bereits vergriffen. Sie können ihn kostenlos herunterladen.


Veröffentlicht am

Mehr zum Thema

Häuser der Hoffnung
In der Südosttürkei bauen Vertriebene Häuser auf – für eine demokratisch verfasste Türkei, in der alle die gleichen Rechte haben. Für ihr Recht zu bleiben. Weiterlesen

medico-Partner verhaftet
Bei der Verhaftungswelle in der Türkei wurden auch medico-Partner verhaftet, die sich seit Jahren für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Weiterlesen

Autoritäre Formierung
Türkische medico-Partner*innen sitzen im Gefängnis oder müssen fliehen. Weiterlesen

Jetzt spenden!

 

Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung und Verbesserung unserer Website. Weitere Informationen.