Die Humanität verteidigen

medico-Partner im Gazastreifen durch israelische Drohne getötet

Der Menschenrechtler Anwar Al Zaaneen wurde im Gazastreifen am 10. August 2014 von einer israelischen Drohne getötet. 

medico international trauert mit seiner Partnerorganisation, dem Menschenrechtszentrum Al Mezan um Anwar Al Zaaneen. Der Menschenrechtler wurde durch einen gezielten Drohnenbeschuss der israelischen Armee umgebracht. Anwar Al Zaaneen wurde 41 Jahre alt.

Die Tatsache, dass Anwar Al Zaaneen ums Leben kam, als er vor seinem Haus stand und die kaputten Wasserleitungen seines Hauses inspizierte, veranschaulicht, so medicos Geschäftsführer Thomas Gebauer, wie wichtig die Bemühungen von Al Mezan sind, den Menschen von Gaza die vollen Menschen- und Bürgerrechte zu garantieren. Es ist für die uns alle beschämend, so Gebauer, dass sogar das Recht von Zivilisten auf Unversehrtheit und auf Schutz vor Militärangriffen keinesfalls selbstverständlich ist, wenn es um Gaza geht.

Systematische Menschenrechtsverletzungen

Der Tod von Anwar Al Zaaneen ist ein Beispiel von vielen dafür, dass Zivilisten die Hauptleidtragende in Gaza sind und dass im Gazastreifen Menschen- wie Völkerrecht mit Füssen getreten werden. Im Fall Anwar Al Zaaneen muss sich die israelische Armee fragen lassen, ob ihre Strategie des gezielten Beschusses ziviler Gebäude nicht eine gravierende Verletzung des Völkerrechts darstellt. Deshalb fordert medico zusammen mit seinen israelischen und palästinensischen Partnern, dass etwaige Völker- und Menschenrechtsverletzungen beider Seiten untersucht und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Denn nur wenn die Straflosigkeit endet, schrieb medico-Geschäftsführer Gebauer in einem Kondolenzschrieben an die Kollegen von Al Mezan, können wir künftige Menschenrechtsverletzungen verhindern.

Die Humanität verteidigen - Das Al Mezan Menschenrechtszentrum in Gaza

Menschenrechte zählen nicht viel im Gazastreifen. Die internationale Gemeinschaft duldet die seit 2007 andauernde Isolation des Gazastreifens, die zu einer beispiellosen Blockade von 1,8 Millionen Einwohnern führte. Die im Gazastreifen herrschende Hamas macht sich den erzwungenen Einschluss zunutze, um mit religiös verbrämten Argumenten Bürgerrechte zu beschneiden und die eigene Herrschaft zu sichern. Etwa wenn Frauen das Motorradfahren untersagt wird oder Hochzeitssänger nicht mehr singen dürfen. Mit Klagen und Öffentlichkeitsarbeit kämpft Al Mezan gegen die schleichende Beschneidung der Bürger- und Menschenrechte durch die israelische Blockadepolitik sowie die Hamas. Sie bieten Beratungen an, verfassen Berichte und sensibilisieren Gesundheitspersonal oder Jugendliche.


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