General Motors entschädigt südafrikanische Apartheidopfer

Deutsche Firmen unter Druck

Daimler-Hauptversammlung 2010: Mpho Masemola (Khulumani) fordert Entschädigung im Namen der Apartheid-Opfer (Foto:Khulumani) 

Südafrikanische Apartheidopfer haben im Kampf um Entschädigung einen Durchbruch erzielt. Der US-amerikanische Konzern General Motors (GM) hat sich bereit erklärt, die südafrikanischen Apartheidopfer zu entschädigen.

Ein US-amerikanisches Gericht hat diesen Vergleich am 27.02.2012 bestätigt. Marjorie Jobson, Direktorin von Khulumani, begrüßte die Entscheidung von General Motors: "Wir sind dankbar für dieses Angebot und hoffen, dass auch die übrigen angeklagten Firmen (darunter auch die deutschen Firmen Daimler und Rheinmetall) diesem positiven Beispiel folgen werden".

2002 reichte die Menschenrechtsorganisation Khulumani stellvertretend für südafrikanische Apartheidopfer in den USA eine Entschädigungsklage gegen mehrere international tätige Konzerne ein. Den Firmen wird vorgeworfen, durch ihre Geschäfte während der Apartheidzeit Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen geleistet zu haben.

General Motors bietet Unternehmensanteile im Wert von 1,5 Mio US-Dollar als Entschädigung an. Neben individuellen Kompensationszahlungen sollen über einen Reparations- und Rehabilitationsfond auch Bildungs- und Sozialprogramme für die Apartheidopfer bezahlt werden.

VertreterInnen des deutschen Bündnisses, das die Bemühungen der Opfer um Entschädigung seit vielen Jahren unterstützt, richten sich mit einem Appell direkt an die ebenfalls angeklagten deutschen Firmen Daimler und Rheinmetall: "Bisher weisen die Firmen jede Form der Anerkennung des von ihnen begangenen Unrechts gegenüber den Menschen in Südafrika zurück. Wir fordern daher die Verantwortlichen bei Daimler und Rheinmetall auf, sich endlich der juristischen Aufarbeitung der Apartheid-Verbrechen zu stellen und die Opfer angemessen zu entschädigen".

 

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