
Der Preis für die Veröffentlichung von Augenzeugenberichten israelischer Soldaten über Menschenrechtsverletzungen während der Angriffe auf den Gazastreifen ist hoch.
Die Aktivisten der Reservistenorganisation „Breaking the Silence“ wurden im staatlichen Armeeradio als Verräter beschimpft, denen die Knochen gebrochen werden müssen. Sie erhalten täglich Todesdrohungen.
In Israel wurden israelische Organisationen als neuer Lieblingsfeind entdeckt und avancierten in den letzten Monaten zum Public Enemy Nummer 1.
Die „Ärzte für Menschenrechte – Israel“ werden derweil von der israelischen Ärztekammer attackiert. Deren Vorsitzender, seines Zeichens auch Vorsitzender der internationalen Ärzteorganisation (sic!), warf dem medico-Partner vor, ihre Berichte über die Teilnahme von israelischen Ärzten an Folter würden Antisemitismus und anti-israelische Gefühle fördern und brach alle Beziehungen zu PHR-IL ab. Lesen Sie den Beitrag dazu in Haaretz: IMA cuts ties with PHR over call for ouster of Israeli head of World Medical Association
Gleichzeitig versuchen rechtsradikale Knessetmitglieder – mit einigem Erfolg – die Arbeit eines dritten israelischen medico-Partners zu unterbinden. „Zochrot“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Nakba, also die Katastrophe der Palästinenser, die 1948 aus dem heutigen Israel vertrieben bzw. geflüchtet sind, im jüdisch-israelischen Diskurs zu thematisieren. Die Möglichkeit, dies anzusprechen, soll jetzt per Gesetz eingeschränkt werden.
Der israelische Druck scheint bei der Europäischen Kommission gefruchtet zu haben. Haben sie bislang auch Organisationen unterstützt, die jenseits des israelischen Konsenses auf eine auf Menschenrechten basierende Position beharren, so scheint sie neulich die ur-europäischen Grundsätze zu missachten und lässt diesen Organisationen kaum noch Mittel zukommen. Schöne neue Welt.
Veröffentlicht von Tsafrir Cohen am 13.08.2009 | 0 Kommentare
