medico international

25.01.2012

BND-Agenten in Pakistan als Entwicklungshelfer getarnt?

Gefährdung der echten Helfer

Der Spiegel-Südasienkorrespondent Hasnain Kazim berichtet aus Islamabad von einer deutschen Agenten-Affäre, welche auch die Arbeit von medico in Pakistan gefährdet:

"Entwicklungshelfer selbst sind durch den Fall alarmiert. Ulrich Post, Vorsitzender des Dachverbands der deutschen Hilfsorganisationen Venro, erklärte, er könne sich nicht erinnern, dass deutsche Agenten sich schon einmal als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ausgegeben hätten. "Wenn es aber stimmt, dass jetzt BND-Mitarbeiter als GIZler getarnt durch Pakistan gefahren sind, dann wäre dies ein vorsätzlicher und verantwortungsloser Missbrauch des Mandats von Hilfsorganisationen."

Aufgrund der unklaren Hintergründe könnte der Fall auch ein parlamentarisches Nachspiel haben. Vor allem die mögliche Tarnung der Agenten sorgt im Bundestag für Irritationen. "Der Sachverhalt muss umgehend und umfassend geklärt werden", sagte die ehemalige Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) SPIEGEL ONLINE. Es müsse ausgeschlossen werden, dass "auch nur der Verdacht entstehen kann", dass Geheimdienstmitarbeiter unter dem Deckmantel der Entwicklungszusammenarbeit tätig würden: "Das schadet der Entwicklungszusammenarbeit und gefährdet die Mitarbeiter."

Ähnliche Kritik übt der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sascha Raabe. "Sollte sich die Tarnung bestätigen, hätte das verheerende Folgen für die Akzeptanz der Entwicklungshilfe weit über Pakistan hinaus."

Die Grünen drängen ebenfalls auf Aufklärung. "Wir werden den Fall in der nächsten Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums thematisieren", sagt Innenexperte Hans-Christian Ströbele. "Wenn Geheimdienstmitarbeiter sich als Vertreter mildtätiger Organisationen ausgeben und dabei entdeckt werden, setzen sie alle echten Entwicklungshelfer einer tödlichen Gefahr aus."

Die Bundesregierung müsse auch die Frage beantworten, ob es sich dabei womöglich um eine "gängige Praxis" handele."

Die ganze Geschichte finden auf: Spiegel Online.

Oder in der pakistanischen Presse: Dawn.

Veröffentlicht von Bernd Eichner am 25.01.2012 | 0 Kommentare

 

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