21.01.2010

Helden von Haiti?

Der medico-Partner COSALUP ist Teil des dominikanischen Netzwerkes Ayuda Haiti. Das Netzwerk hat einen eigenen Blog, der zum Teil auch ins Kreol übersetzt wird. Josefina Zaiter, eine Expertin für psychosoziale Arbeit, erklärt im Blog auf Kreol etwas, was auf den ersten Blick banal erscheint. Sie gibt nämlich Ratschläge, was man als psychosoziale Nothilfe für Kinder nach einem Erdbeben tun kann. Eine Art Checkliste: Registrieren, so viele Daten wie möglich einsammeln, sich die familiäre Situation schildern lassen, für Obhut sorgen … Dahinter verbirgt sich eine Haltung, die weiß, dass Nothilfe, darunter auch psychologischer Beistand, in erster Linie von den Betroffenen selbst geleistet wird. Sie darin zu stärken und zu unterstützen, muss die erste Aufgabe von Hilfe sein. Unsere Kollegen von Misereor aus dem „Bündnis Entwicklung Hilft“ berichten in einer unserer täglichen Telefonkonferenz davon, dass ihre Partner Werkzeug verteilt hätten, damit die Bewohner besser nach Überlebenden graben können. Noch immer werden aus den Trümmern Menschen befreit: zumeist von ihren Nachbarn. Aber in der Bild-Zeitung heißt der Held von Haiti Pablo und ist ein Hund aus Nordrhein-Westfalen.

Veröffentlicht von Katja Maurer am 21.01.2010 | 0 Kommentare

 

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Das medico-Büro in der ersten Etage eines siebenstöckigen Bürohochhauses ist in vielfacher Hinsicht ein besonderer Ort, sich der Welt zu nähern. Das Haus stammt aus den Jahren, da Frankfurt eine sozialdemokratische Hochburg war. Ein funktionaler Kasten mit immerhin großen Fenstern, dessen bauliche Ästhetik noch die spießige Aufbruchstimmung der 60er Jahre atmet. Aber wer die postmodernen Büropaläste kennt, die soviel versprechen und so wenig halten, lernt ein solches inspirationsloses Unikum mit seinem abgeblätterten Charme zu lieben. Und das ist die Umgebung für den Ausgangspunkt unserer Weltsichten: Mitten in ein Wohngebiet hineingepflanzt ist unser Bürohaus umgeben von Sozialbauten aus eben derselben Zeit und angrenzend an einen Bio-Supermarkt, der vorwiegend von der jungen betuchten Mittelschicht eines immer wohlhabenderen Stadtteils frequentiert wird. Trotz im Viertel stattfindender Verdrängung der Armen ist unser naher und ferner Blick noch einigermaßen in der Wirklichkeit geerdet. Mit dem "medico-Hausblog" wollen wir diese Nah- und Fernsichten mit jedem/r, den/r es interessiert teilen.

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