medico international

25.11.2009

Kluges Fernsehen

Mit TV-Tipps für Südafrika-Interessierte

Im funktionalen Bürogebäude in der Johannesburger Park Road sitzen sie alle: ARD, ZDF, dpa, AP, Aljazeera, BBC, CBS usw. usf. Bei meinem Besuch im ARD-Studio bekomme ich vom Studioleiter Richard Klug nicht nur ein Cappuccino-ähnliches Getränk aus der "Kaffee"-Maschine sondern auch eine kleine Studioführung und nützliche Infos. Demnächst ist seine Reportage "Risse im Regenbogen - Südafrikas unsichere Zukunft" über die Situation in Südafrika im Ersten zu sehen. Sie ist sehr aufschlussreich, nicht zuletzt weil auch die medico-Partner von Khulumani vorkommen und damit mein TV-Tipp für Mittwoch, den 09.12.2009 (23.30 - 00.15, ARD).

Die ZDF-Studioleiterin Ariane Vuckovic war leider gerade unterwegs. Auf der Homepage des ZDF-Auslandsstudio Johannesburg findet sich aber ein informatives Video mit virtueller Studioführung und Vorstellung der Mitarbeiter.

Bereits letzte Woche waren die Apartheid-Opfer der Khulumani Support Group im südafrikanischen Privatsender e-TV. Gut versteckt zwischen nervigen US-Soaps und viel Wrestling-Shows läuft dort am Freitagmorgen die empfehlenswerte politische Diskussionsrunde „The Big Debate“. Dieses Mal war die südafrikanische Außenpolitik das Thema und etwa 25% der Sendezeit wurden für die Erörterung der Apartheidentschädigungsklage von Khulumani in den USA reserviert. Neben dem Khulumani-Anwalt Charles Abrahams kamen auch einige der 50 angereisten Khulumani-AktivistInnen im Publikum zu Wort. Die Diskussionssendung kann hier noch online angesehen und kommentiert werden.

Veröffentlicht von Bernd Eichner am 25.11.2009 | 0 Kommentare

 

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Das medico-Büro in der ersten Etage eines siebenstöckigen Bürohochhauses ist in vielfacher Hinsicht ein besonderer Ort, sich der Welt zu nähern. Das Haus stammt aus den Jahren, da Frankfurt eine sozialdemokratische Hochburg war. Ein funktionaler Kasten mit immerhin großen Fenstern, dessen bauliche Ästhetik noch die spießige Aufbruchstimmung der 60er Jahre atmet. Aber wer die postmodernen Büropaläste kennt, die soviel versprechen und so wenig halten, lernt ein solches inspirationsloses Unikum mit seinem abgeblätterten Charme zu lieben. Und das ist die Umgebung für den Ausgangspunkt unserer Weltsichten: Mitten in ein Wohngebiet hineingepflanzt ist unser Bürohaus umgeben von Sozialbauten aus eben derselben Zeit und angrenzend an einen Bio-Supermarkt, der vorwiegend von der jungen betuchten Mittelschicht eines immer wohlhabenderen Stadtteils frequentiert wird. Trotz im Viertel stattfindender Verdrängung der Armen ist unser naher und ferner Blick noch einigermaßen in der Wirklichkeit geerdet. Mit dem "medico-Hausblog" wollen wir diese Nah- und Fernsichten mit jedem/r, den/die es interessiert, teilen.

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