


Der Putsch in Honduras und die Rückkehr des Präsidenten Zelaya, der sich nun in der brasilianischen Botschaft befindet, entwickelt sich immer mehr von einer Wiederholung der Geschichte als Farce zu einem schrecklichen Deja Vu. Gestern versuchte ich unsere Partnerin in Honduras zu kontaktieren, um von ihr Neuigkeiten zu erfahren. Sie antwortete: „Das mache ich gern, aber ich bin schon `über´ die Zeit, die Ausgangssperre hat begonnen und zu Hause habe ich kein Internet.“ Morgen kommt ihre Antwort.
Wer noch nie eine Ausgangssperre erlebt hat, kann sich vielleicht das Bedrohliche dieser Situation nicht vorstellen. Ich habe das 1983 in Chile miterlebt. Mit Einbruch der Dunkelheit herrschte in allen Straßen Todesstille, hörte man Motorengeräusche konnten das nur Militärs sein. Daraus entsteht eine unerträgliche Bedrohlichkeit. Da reichen zwei Tote, wie jetzt in Honduras geschehen, um alle in Angst zu versetzen. Im Gegensatz zur Situation in Chile damals, gibt es heute aber einen großen Unterschied. Internet, You Tube, email – all das erleichtert die Kommunikation und schafft globale Öffentlichkeit. Morgen können wir hoffentlich von unseren Kollegen in Honduras berichten. Auch Emir Sader, den renommierten brasilianischen Wissenschaftler und Freund des Hauses haben wir angeschrieben und um eine erste Analyse gebeten. Sie erscheint auf unserer website Anfang nächster Woche.
Veröffentlicht von Katja Maurer am 24.09.2009 | 0 Kommentare
