medico international

21.09.2009

Zelaya wieder in Honduras

Heute um 10 Uhr Ortszeit ist der honduranische Präsident Zelaya bei der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa "vorstellig" geworden und befindet sich seit dem, mit seiner Ehefrau, in der Botschaft, die nach Bekanntwerden seiner Präsenz von Armeehubschraubern überflogen wurde.

Die brasilianische Regierung erklärte Zelaya sei aus freien Stücken, friedlich und mit eigenen Mitteln zur Botschaft gekommen.

De-Facto-Präsident Micheletti, der erste Meldungen über Zelayas Rückkehr als "Medien-Terrorismus" geisselte, verhängte später eine 15-stündige Ausgangssperre, die dann auf den morgigen Dienstag ausgeweitet wurde, und forderte die brasilianische Botschaft auf Zelaya zu übergeben, damit die honduranische Justiz ihn für seine Verstöße gegen die Verfassung zur Verantwort ziehen kann (sic!) oder ihm Asyl zu gewähren.

Einige hundert Personen zogen zur brasilianischen Botschaft und trotzen der Ausgangssperre, die ebenso illegitim sei, wie die de-facto-Regierung, so erklärten die Demonstranten.

Hillary Clinton und der Vermittler Oscar Arias, Präsident Costa Ricas, die sich heute in New York trafen begrüßten Zeleyas Anwesenheit in Honduras, als Ausgangspunkt für eine verhandelte Lösung des Konfliktes. Auch die OEA - Organisation Amerikanischer Staaten - erklärte in einer eilig einberufenen Sondersitzung ihre volle Unterstützung für Zelaya.

Noch am Samstag hatte Micheletti die Nachbarländer "gewarnt", Honduras sei bereit "bis zum letzten Tropfen Blut zu kämpfen" sollten diese versuchen in Honduras einzumarschieren, um gleich hinzu zu fügen, das "kein einziger Schuss fallen würde" sollte dies von den Vereinigten Staaten oder anderen lateinamerikanischen Staaten ausgehen.

Nach zwei gescheiterten Versuchen gelang es Zelaya nun nach Tegucigalpa zurück zu kehren, ohne Begleitung von lateineramerikanischen Präsidenten und anderer Prominenz. Zelaya selber rief zur Ruhe und Besonnenheit auf und erklärte seine Bereitschaft zum Dialog.

Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu erneuten Übergriffen der Sicherheitskräfte gegen die friedlichen Demostranten kommen wird.

Managua, den 21.9.2009, 21:20 Ortszeit

Veröffentlicht von Dieter Müller am 21.09.2009 | 1 Kommentar

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medico schweiz, 22.09.2009

medico schweiz berichtet:
Weitere gravierende Übergriffe befürchtet

www.medicointernational.ch/content/view/176/1/

 

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Seit Januar 2008 leitet Dieter Müller das medico-Regionalbüro Mittelamerika. Von Managua aus koordiniert er die Projekte in Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Mexiko. In seinem Blog vermittelt er Eindrücke vom Alltag und den Fortschritten in den lokalen Projekten - aber auch von Hindernissen und Rückschlägen. Er berichtet auch über die vielschichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen in den Ländern Mittelamerikas. Der Blog informiert jedoch nicht nur über die Ereignisse vor Ort, sondern auch über den politischen Kontext in dem sie stattfinden.

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