
Nach seiner Rückkehr von einem Besuch des Lagers Nueva Esperanza für Vertriebene aus Guatemala in Tenosique/Tabasco (vgl. hierzu Blogbeiträge vom 10. und 13.1.2012) wurde unser Kollege Rubén Figueroa gestern bedroht.
Rubén ist Aktivist unserer mexikanischen Partnerorganisation Movimiento Migrante Mesoamericano (MMM) und unterstützt Fray Tomás, den Leiter der MigrantInnenherberge in Tenosique, seit einigen Monat beim Einsatz für MigrantInnen in Mexiko. Am Nachmittag des 29. Januar forderte er eine Person, die nicht die Aufnahmerichtlinien der Herberge erfüllte, auf, das Haus zu verlassen. Vermutlich handelte es sich bei dem Eindringling um ein Mitglied der Zetas oder anderer krimineller Organisationen, die immer wieder Leute in die Herbergen schicken, um die MigrantInnen dort auszuspionieren bzw. ihren MittäterInnen Informationen über potentielle Entführungs- und Erpressungsopfer aus dem Kreis der MigrantInnen zu beschaffen. Nachdem er von Rubén des Hauses verwiesen worden war, kam der Mann am nächsten Tag erneut zur Herberge und kündigte Rubén Rache für den Rauswurf an.
Dies ist ein weiteres Beispiel für die Gefahren, denen MenschenrechtsaktivistInnen ausgesetzt sind, die sich dafür engagieren, dass der Transit durch Mexiko für die MigrantInnen in Tabasco und im ganzen Land leichter wird (vgl. Blogbeitrag vom 19.1.2012). Rubén wäre nicht der erste Aktivist in Mexiko, der Opfer von Gewalt oder gar Mord würde.
Veröffentlicht von Dieter Müller am 31.01.2012 | 0 Kommentare
