medico international

09.03.2009

Finanzkrisendiamanten

Massive Arbeitsplatzverluste in der Diamantenindustrie

In Krisenzeiten wird gespart. Vor allem an Luxusgütern wie teurem Schmuck. Durch die Finanzkrise ist der Absatz von verarbeiteten und Rohdiamanten um die Hälfte zurückgegangen, was massive Preiseinbrüche entlang der gesamten Produktionskette zur Folge hatte. Ein Hintergrundpapier des SÜDWIND-Instituts beleuchtet die Auswirkungen dieser Entwicklung für Arbeiter in der Diamantenindustrie. Vor allem in afrikanischen Förderländern und indischen Schleifereien hätten hunderttausende Menschen ihre Arbeitsplätze verloren und stünden angesichts fehlender sozialer Absicherung vor dem Nichts.

Diese Entwicklung demonstriert sehr deutlich die von medico seit langem kritisierte Unzulänglichkeit des Kimberly-Abkommens. Das 2002 in Kraft getretene Zertifizierungsschema, das durch Herkunftsnachweise den Handel mit Diamanten aus Konfliktregionen verhindern soll, sieht keinerlei Kontrollen über die sozialen und ökologischen Bedingungen der Diamantenproduktion vor.

medico unterstützt SÜDWIND in der Forderung, dass auch deutsche Unternehmen Verantwortung für die Lieferkette der von ihnen verarbeiteten oder verkauften Diamanten übernehmen. Sie müssen sich dafür einsetzen, dass die Menschen in den Förder- und Verarbeiterländern sozial abgesichert werden und so nachhaltig vom Handel mit den teuersten Edelsteinen der Welt profitieren.

RSS-Feed

medico international