medico international

17.10.2012 19:00: Kreuzberg Museum, Adalbertstr. 95A, Berlin (U-Bahnhof Kottbusser Tor)

Globale Gesundheit - Warum wir eine Gesundheitsbewegung von unten brauchen

Es diskutieren mit Ihnen:
Kirsten Schubert, Referentin für Gesundheit, medico international und Koordinatorin des People’s Health Movements in Deutschland.
Prof. Ronald Labonté, Professor am Institute of Population Health, University of Ottawa, Kanada.
Prof. David Sanders, Gründer und langjähriger Direktor der School of Public Health, University of Western Cape, Südafrika
(Beide zählen zu den Vordenkern und Mitbegründern des People’s Health Movements)
Moderation:
Viola Gent, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité

(In englischer Sprache, bei Bedarf mit konsekutiver Übersetzung)

Ob als Motor von Bewegungen, als Kurs an der Universität oder als Forschungsthema – Globale Gesundheit ist in aller Munde. Eine kritische Einschätzung aktueller Debatten und eine Diskussion der Frage warum eine Gesundheitsbewegung notwendig ist soll Ziel dieses Diskussionsabends sein.

Trotz bemerkenswerten pharmazeutischen und gesundheitstechnischen Fortschritten für viele Menschen wächst die gesundheitliche Ungleichheit weltweit. Die Diskrepanz in der Lebenserwartung von knapp 35 Jahren zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowie 10 Jahren zwischen Geringverdienern und Menschen mit hohem Einkommen hier in Deutschland ist erschreckend in Anbetracht des globalen Reichtums. Gesundheit für Alle müsste anders aussehen! Ronald Labonté hat sich über die letzten Jahrzehnte intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich die wirtschaftliche Globalisierung und die global bestehende soziale Ungleichheit auf die Gesundheit der Menschen auswirkt. Unter anderem war er der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Globalization Knowledge Network“ der Kommission für die sozialen Determinanten der Gesundheit der WHO. Er wird mit einem kurzen kritischen Input zur Globalen Gesundheit beginnen.

Die Ohnmacht gegenüber den zunehmend global agierenden Akteuren führte zu einer Reihe von globalen Bewegungen. Im Jahr 2000 wurde das People’s Health Movement (PHM) – eine südbasierte „Gesundheitsbewegung von unten“– gegründet. David Sanders ist einer der Mitbegründer des PHM und ein langjähriger Weggefährte von medico international. Er wird von seinen Erfahrungen mit dem schwierigen Unterfangen eine globale Bewegung für das Recht auf Gesundheit zu entwickeln und aufrecht zu erhalten berichten.

Auch in Deutschland steigt das Interesse an globalen Zusammenhängen der auch hier spürbaren Gesundheitskrise. Ob im Rahmen der Arbeit mit Flüchtlingen oder als Gesundheitsarbeiter_in dem global herrschenden Privatisierungsdruck im Krankenhaus ausgesetzt – die Vernetzung mit anderen ist essentiell will man Veränderung erreichen. Kirsten Schubert ist Referentin für Gesundheit bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und im erweiterten Vorstand des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte. Zusammen mit vielen anderen möchte sie ein Netzwerk kritischer Gesundheitsaktivist_innen in Deutschland stärken.

Unterstützt von:
IPPNW - Ärzte in sozialer Verantwortung - www.ippnw.de
Charité - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
People's Health Movement - www.phmovement.org

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