
Kalkscheune
Johannisstr. 2
10117 Berlin
ACHTUNG: NEUE ZEIT UND ORT!
Diskussionsveranstaltung mit:
Silke Helfrich, Buchautorin („Commons“, „Wem gehört die Welt?“),
Prof. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender Paritätischer Gesamtverband,
Thomas Gebauer, Geschäftsführer medico international
Moderation:
Bernd Pickert, die tageszeitung
Kalkscheune, Johannisstraße 2, Berlin U-/S-Bahnhof Oranienburger Tor, Friedrichstraße
Ein kritischer Einspruch zum World Health Summit
Keine Frage: mit Blick auf die globale Gesundheitskrise wäre ein World Health Summit (WHS) dringend geboten. Nun findet er zum vierten Mal in Berlin statt und hat aus der Kritik, die sich an ihm entzündete, gelernt. Honorige Rednerinnen und Redner gibt es nun, neue Themen – vieles ist verändert. Warum dennoch Kritik notwendig ist, warum der WHS, wie er derzeit konzipiert ist, in die Irre führt, damit beschäftigt sich diese Diskussionsveranstaltung. Denn die nationale wie globale Gesundheitspolitik befindet sich heute am Scheideweg: Betrachten wir Gesundheit als wirtschaftliche Wachstumsbranche, die nun auch global in den Wettbewerb tritt und in der die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt steht? Oder als ein Menschenrecht und Sphäre gemeinsamer Verantwortung? Nimmt man die Idee von Gesundheit als Menschenrecht ernst, müsste darüber nachgedacht werden, wie Gesundheit als ein besonderes Verhältnis zwischen Menschen und gesundheitsrelevanten Ressourcen gedacht werden kann. So aber wie der WHS gegenwärtig konzipiert ist, leistet er einer gefährlichen Tendenz Vorschub. Gesundheitspolitik wird als Sparte der kurativen Medizin mit lukrativen Profitmöglichkeiten betrachtet. Dabei gerät die Sozialmedizin, deren führende Vertreter deutsche Mediziner waren, genauso aus dem Blick wie die soziale Bedingtheit von Krankheiten. Schon beim ersten WHS wurde die massive Präsenz der Industrie kritisiert, doch Unternehmen sowie Philanthrokapitalisten wie Bill Gates prägen weiterhin das Programm. Beim WHS wie auch an anderen Orten, wo Fragen der Gesundheit diskutiert werden, entscheiden diejenigen den Kurs, die dringend im Sinne des Gemeinwohls reguliert werden müssten! Hier alternative Denkansätze und Praxisvorschläge im Kontext von Gesundheit und Commons zu diskutieren ist Anliegen der Podiumsdiskussion.
