Hörsaal F (Gebäude J1)
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Gesundheit und Sicherheit
Rückblick und Ausblick nach acht Jahren zivil-militärischer Intervention in Afghanistan
Veranstalter: Stabsstelle für Interdisziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin und Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Hochschule Hannover
in Zusammenarbeit mit
IPPNW Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.
Im Gefolge der Terroranschläge vom 11.09.2001 fand in Afghanistan eine internationale militärische Intervention unter Führung der USA und von NATO-Stäben und mit einem Mandat des UN Sicherheitsrats für die ISAF (International Security Assistance Force) statt. Die im Norden des Landes stationierten Truppen der Bundeswehr sollen dabei nicht nur im klassisch militärischen Sinne feindliche Verbände bekämpfen und eine Region bewaffnet unter Kontrolle halten, sondern nach dem Konzept der „Provincial Reconstruction Teams“ und der zivil-militärischen Zusammenarbeit (CIMIC) zum Wiederaufbau des in weiten Teilen verwüsteten Landes und zum „Nation building“ nach jahrzehntelangen Kriegen und Kämpfen wesentlich beitragen. Dabei spielen staatliche und nichtstaatliche Hilfs- und Entwicklungsorganisationen eine bedeutende Rolle.
Es wird inzwischen von den beteiligten Regierungen kaum bestritten, dass der Afghanistaneinsatz, gemessen an den propagierten Ansprüchen, vom Scheitern bedroht ist.
Die US-Regierung als führender Akteur spricht von der Anwendung neuer, massiverer Strategien, wobei die Gefahr einer Eskalation und kaum kontrollierbaren Ausweitung insbesondere nach Pakistan immer deutlicher wird.
Welches sind die Erfahrungen zivilgesellschaftlicher Akteure in Bezug auf die Lage der Bevölkerung in diesem Land, insbesondere in Hinsicht auf die gesundheitliche Situation von Frauen, Männern und Kindern?
Welche alternativen Ideen werden vorgetragen, welche Anforderungen sind an einen Strategiewechsel zu stellen, um den Menschen dort wieder ein friedliches und selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen?
Welche Wege werden zur Hilfe für die Opfer von Gewalt beschritten, und wie verarbeiten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr die in Afghanistan erlebten Erfahrungen?
In der Nachfolge des 2007 an der MHH durchgeführten Symposiums „Gesundheit im Kontext struktureller und militärischer Gewalt“ wollen wir uns nun am konkreten Beispiel erneut mit dieser Thematik befassen.
