
Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um´s Thema Spenden: steuerliche Absetzbarkeit, der Stellenwert von freien Spenden, Spendenstichwörter, Verwaltungskosten, Transparenz u.a.
medico international ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Ihre Spende ist daher steuerlich absetzbar.
Spenden reduzieren das zu versteuernde Einkommen. Seit dem 1. Januar 2007 gilt ein neues Spendenrecht, welches die steuerliche Spendenhöchstgrenze auf 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte angehoben hat. Darüber hinaus gehende Beträge sind auf die nächsten Jahre übertragbar. Vor 2007 konnten Spenden zu kirchlichen, religiösen und gemeinnützigen Zwecken bis zu fünf Prozent der Einkünfte geltend gemacht werden, Spenden für mildtätige, wissenschaftliche und besonders förderungswürdige Ziele bis maximal zehn Prozent.
Gut zu wissen: Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit, wenn geschenktes oder vererbtes Vermögen innerhalb von 24 Monaten nach dem Erbfall bzw. der Schenkung nachträglich in eine gemeinnützige Organisation eingebracht wird.
Freie, nicht zweckgebundene Spenden sind wichtig für unsere Arbeit, da wir aus freien Spenden Hilfsmaßnahmen unterstützen können, die kurzfristig und dringend notwendig sind. Dies gilt zum Beispiel für Nothilfe nach Katastrophen, die in den Medien kaum Beachtung finden und daher kaum Spenden mobilisieren. Dies gilt aber ebenso für langfristige Projektmaßnahmen wie z.B. psychosoziale Hilfe für Folterüberlebende, die auch Jahre, manchmal Jahrzehnte nach ihrer Traumatisierung noch Hilfe benötigen. Ebenso finanzieren freie Spenden unsere unabhängige Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit, die über die Ursachen von Not und Elend aufklärt.
Die Spendenstichwörter von medico beziehen sich auf ein Land oder eine Region, nicht auf ein einzelnes Projekt. Dies bedeutet, dass beispielsweise alle Spenden mit dem Stichwort „Südafrika“ in einen „Topf“ gehen, aus dem alle Projekte in Südafrika finanziert werden. Kleinteiligere Stichwörter für alle einzelnen Projekte wären verwaltungstechnisch sehr aufwändig. Auch sind die Fördersummen, die unsere Projektpartner bei uns beantragen, nicht jedes Jahr gleich. Deshalb gibt uns ein weiter gefasstes Stichwort wie „Südafrika“ die Flexibilität, die wir und unsere Partner in der Projektpraxis brauchen. Grundsätzlich ist jede Spende, die Sie mit einem Stichwort überweisen, zweckgebunden und wird von uns für diesen Zweck eingesetzt.
Sach- und Materialspenden haben viele Nachteile. Sie verursachen hohe Kosten für die Sammlung, die Sortierung, den und die häufig langwierige Zollabfertigung im Zielland. Häufig entsprechen sie nicht den lokalen Standards. Bei der Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten gelten bestimmte Standards bezüglich Qualität und Verfallsdaten, die Sach- und Materialspenden oft nicht erfüllen. Sach- und Materialspenden wie beispielsweise Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleider und Plastikplanen für Unterkünfte verursachen lange Transportwege und hohe Transportkosten. Die Einfuhr dieser Güter kann darüber hinaus die lokalen und regionalen Märkte schwächen, so dass sie im Katastrophengebiet eingekauft und nicht importiert werden sollten.
Der beste Weg zu helfen sind daher Geldspenden. Sie ermöglichen es, genau das zu beschaffen, was wirklich gebraucht wird und garantieren, dass die Hilfsgüter auch dem lokalen Kontext angepasst sind. Geldspenden sind somit effizienter und beanspruchen – anders als Sach- und Materialspenden – in einer Katastrophensituation keine knappen Ressourcen wie Transport-, Personal- und Lagerkapazitäten.
Bereits seit vielen Jahren ist medico mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet, das nach jährlicher Prüfung vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) vergeben wird. Mit dem Siegel bescheinigt das Institut medico „eine satzungsgemäße Arbeit. Werbung und Information sind wahr, eindeutig und sachlich. Mittelverwendung und Mittelbeschaffung sowie die Vermögenslage lassen sich anhand der Rechnungslegung nachvollziehen. Eine Kontrolle des Vereins und seiner Organe ist gegeben.“
Um Spendengelder verantwortungsvoll einzusetzen, ist eine vernünftige und sachgerechte interne Verwaltung ebenso unerlässlich wie eine aktive Spendenwerbung. Der Werbe- und Verwaltungskostenanteil liegt bei medico seit Jahren immer unter 10%, was vom DZI als niedrig eingestuft wird.
Der Werbe- und Verwaltungskostenanteil schwankt jährlich etwas: So wird er kleiner, wenn in einem Jahr viele Spenden durch große Katastrophen wie in Haiti und Pakistan eingehen. Im Jahr 2010 betrug er dadurch nur 7,9 Prozent. In Jahren ohne größere Katastrophen liegt der Verwaltungsanteil bei gut 9 Prozent.
Jährlich legt medico in seinem Jahresbericht ausführliche Rechenschaft über die gesamte Arbeit im Vorjahr ab. Darin sind die Schwerpunkte unserer Arbeit vorgestellt incl. einer Übersicht über alle geförderten Projekte. Sie sehen, wie hoch unsere Spendeneinnahmen und öffentlichen Zuschüsse insgesamt waren und für welche Länder und Projektbereiche unsere Mittel eingesetzt wurden.
medico erfüllt die Vorgaben der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“. Die Unterzeichnenden dieser Initiative verpflichten sich offen zu legen, welche Ziele ihre Organisation verfolgt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer darüber entscheidet. All diese Informationen sind hier einsehbar.
Die Arbeit von medico wird regelmäßig von verschiedenen externen Institutionen geprüft. Jedes Jahr prüft eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unseren Jahresabschluss. Das Frankfurter Finanzamt prüft alle drei Jahre die Steuerbefreiung und damit die Berechtigung zur Ausstellung von Spendenquittungen. Zuschussgeber wie zum Beispiel das Auswärtige Amt kontrollieren die ordnungsgemäße Verwendung öffentlich geförderter Projekte. Die Arbeit der Projektpartner wird durch medico geprüft, bei manchen Projekten werden zusätzlich externe Experten für Projektevaluierung und/oder lokale Wirtschaftsprüfer eingesetzt.
Oftmals übermitteln uns die Banken nicht die vollständige Adresse eines Spenders. In diesem Fall überweisen wir 5 Cent der Spende zurück mit der Bitte um Rückruf, damit Sie uns Ihre Anschrift für die Spendenquittung mitteilen können. Dies ist für uns die kostengünstigste Art, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen, um Ihnen anschließend Ihre Spendenquittung zuzusenden.
Dafür benötigen wir Ihre vollständige Anschrift. Für Spenden ab 50 Euro schicken wir Ihnen automatisch eine Spendenbescheinigung zu. Auf Anfrage stellen wir Ihnen selbstverständlich aber auch für Spenden unter 50 Euro eine Spendenbescheinigung aus.
Rein rechtlich benötigt Ihr Finanzamt Spendenquittungen erst ab einem Betrag von 200 Euro. Wir stellen diese aber schon ab 50 Euro aus, weil es für die meisten Spender so einfacher ist, den Überblick zu behalten.
Wenn Sie mehr als einmal im Jahr spenden, schicken wir Ihnen keine Einzelquittung, sondern zu Beginn des Folgejahres eine Jahresspendenbescheinigung für das jeweilige Vorjahr zu.
Sie sind bereits Spenderin oder Spender bei medico und möchten uns wichtige Änderungen über ihre Adressdaten, Bankverbindung oder Spendenbetrag mitteilen. Bitte benutzen Sie hierfür unser Kontaktformular oder senden Sie uns eine E-Mail an info@medico.de.
Bitte geben Sie bei allen Änderungen Ihre Spendennummer an und bei Änderungen Ihrer Anschrift auch Ihre alte Adresse. So erleichtern Sie es uns Sie zu "finden" und helfen zugleich Verwaltungskosten zu sparen.
Noch Fragen? Gern stehen wir Ihnen für weitere Informationen zur Verfügung.
Für allgemeine Anfragen und Fragen zu Spendenquittungen: Hendrik Specken und Marek Arlt, Tel. 069 944 38-0 oder per eMail an info@medico.de
Für Fragen rund um Spenden, Zustiftungen und die geförderten Projekte: Gudrun Kortas, Tel.069/944 38-28, eMail: kortas@medico.de
Für Fragen der Not-und Katastrophenhilfe, Veranstaltungen, aktive Unterstützung?: Monika Hufnagel, Tel. 069/944 38-23, eMail: hufnagel@medico.de
