
Unter Pinien und mit Blick auf die libanesische Küste trafen sich 140 Jugendliche für neun Tage. Sie alle, Palästinenser wie Libanesen, leben im Libanon. Eine zusätzliche Gruppe ist aus der West Bank, dazu einige Ägypter und wenige Jordanier. Hier, keine hundert Meter vom Grab Edward Saids, findet das alljährliche Sommercamp statt. Der medico-Partner ARCPA (Arab Resource Centre for Popular Arts) veranstaltet diese Börse der Kreativität seit 2002. Die Mitarbeiter arbeiten schon immer mit Kindern und Jugendlichen. Seit dem israelischen Krieg gegen den Libanon 2006 rücken Konzepte der sozialpsychologischen Arbeit stärker ins Augenmerk. So wurden in diesem Jahr Workshops zu Konfliktbearbeitungsstrategien organisiert. Eine Trainerin, die aus Kroatien kommt, bot praxiserprobte Lösungsansätze im Rollenspiel an. Das Sommertreffen setzte Impulse, und Techniken wurden hier Praktikern vorgestellt, die lokale Arbeit entwickelte sich weiter. Die Köpfe von ARCPA, der Direktor Moataz Dajjani und der Koordinator Hicham Kayed, sitzen abgekämpft aber zufrieden am Tisch. Das Camp ist vorbei. Hicham sagt lächelnd: "Bei uns geht es immer weiter. Nach dem Sommercamp ist vor dem Film Festival for Youth & Children im Oktober." Die Fortsetzung des medicoARCPA-Programms "Konflikt als Herausforderung", das bis Ende 2011 läuft.
Spendenstichwort: Libanon / Projektinfos: Libanon
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Nicaragua, so schrieb die Psychologin und medico-Partnerin Marta Cabrera in einem Aufsatz für medico, sei ein von "vielen Schmerzen gezeichnetes Land". Viele Entwicklungsprogramme und Versuche die Armut zu bekämpfen, so Cabrera, scheiterten daran, dass sie die Geschichte aus Armut, Unterdrückung, Krieg und die tiefen Spuren, die das in den Schicksalen der meisten Nicaraguaner hinterlassen hat, nicht berücksichtigten. Marta Cabrera hatte auch wesentlichen Anteil daran, dass in dem Wiederansiedlungsprojekt mit arbeitslosen Landarbeitern in dem Dorf "La Palmerita" eine starke psychosoziale Komponente eingebaut wurde. Nur so hätte dieses Projekt mit Menschen, die von frühster Kindheit an nur Ausbeutung und extreme Armut erlebt haben, überhaupt eine Chance auf Erfolg. So steht in diesem Projekt, das Menschen aus extremer Armut die Möglichkeit eröffnet, als Kleinbauen eine halbwegs gesicherte Existenz aufzubauen und ihren Kindern eine stabile Perspektive zu eröffnen, die Bildung und Ausbildung der Menschen im Vordergrund. Ähnlich auch ein Programm zur Organisationsentwicklung, an dem Kollegen aus 100 verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen in vier Regionen teilnehmen. Das Leitmotiv dieses Prozesses richtet sich gegen ein ökonomistisches Menschenbild: "Die Bedeutung der psychosozialen Arbeit anzuerkennen und in sie Energien zu investieren beinhaltet ein differenziertes Menschenbild, in dem Menschen als das angesehen werden, was wir sind: äußerst komplexe Wesen mit diversen Bedürfnissen und Interessen, die über das Materielle hinausgehen und den Rhythmus sozialen Lebens vorgeben."
Spendenstichwort: Nicaragua / Projektinfos: Nicaragua
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Einer der ältesten medico-Partner in Südafrika, die Opferhilfe-Organisation Khulumani mit 50.000 Mitgliedern, kämpft seit Jahren um Entschädigung für die unter der Apartheid erlittenen Verfolgungen. Dazu gehört auch die Einreichung einer Klage vor einem New Yorker Gericht gegen internationale Banken und Unternehmen, die mit dem international sanktionierten Apartheid-Regime kooperierten. Allein dass die Klage zur Verhandlung zugelassen wurde, war ein großer Erfolg. Die damalige südafrikanische Regierung allerdings sprach sich gegen das Gerichtsverfahren aus. Die Begründung kommt bekannt vor: Es schädige das Investitionsklima. Nun hat die neue Regierung einen Kurswechsel vollzogen und unterstützt den Klageweg. Damit ist ein wichtiges Hindernis für den weiteren Prozessverlauf aus dem Weg geräumt. Die betroffenen Firmen müssen den Klagenden ihre Archive öffnen und die Firmenverantwortlichen den Anwälten der Klagenden unter Eid Auskunft geben. Der Prozess ist damit in eine entscheidende Phase getreten, in der neue Elemente zum Vorschein kommen können und die Wahrheit über das Ausmaß der Unterstützung von transnationalen Unternehmen für das Apartheidregime öffentlich wird.
Spendenstichwort: Südafrika / Infos: Apartheidschulden
