medico international

medico Rundschreiben 01/2009

medico aktiv

Patentkampf nächste Runde

Deutsch-indische Proteste gegen Bayer-Klage in Indien

Gesundheitsinitiativen aus Indien und Deutschland fordern den BAYER-Konzern auf, eine kürzlich eingereichte Klage gegen die indische Regierung zurückzuziehen. Die asiatische Sektion von Health Action International, das indische People’s Health Movement, die Coordination gegen BAYER-Gefahren, die BUKO Pharma-Kampagne, der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte und medico international befürchten, dass der Prozess die Zulassungspraxis von Generika in Indien gefährdet. Im Fall einer eingeschränkten Versorgung mit bezahlbaren Medikamenten drohe der Tod Tausender Patienten.

Es geht in diesem Fall um das Krebsmedikament Nexavar, das von der indischen Firma Cipla als Generikum produziert werden soll und dessen Patent demnächst ausläuft. Die indischen Zulassungsbehörden haben Cipla deshalb die Produktion gestattet. BAYER hingegen fordert, im Falle eines existierenden Patents grundsätzlich keine Zulassung für Nachahmer-Produkte zu erteilen.

Amit Sen Gupta vom indischen People’s Health Movement: "Die Forderungen von BAYER gehen sogar über die im TRIPS-Abkommen festgelegten Patent-Regeln hinaus. Ein Erfolg der Klage hätte schwerwiegende Konsequenzen für den Zugang zu preiswerten Medikamenten -- nicht nur für indische Patienten, sondern für arme Menschen in weiten Teilen der Welt. BAYER will offenbar nicht nur die eigenen Patent-Rechte ausweiten, sondern einen Präzedenzfall schaffen. Dies würde den Einsatz lebensrettender Generika generell verzögern."

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Alles wird anders

Ein Benefizkonzert mit Matthias Deutschmann und vielen anderen Künstlern im Frankfurter Mouson-Turm zugunsten von medico international

Es sei ein Stück Geschichte von Frankfurt, das an diesem Abend sichtbar wurde, so die Intendantin des Frankfurter Schauspielhauses, Elisabeth Schweeger. Ihr kurzer Auftritt auf dem medico-Benefizkonzert am 5. Dezember letzten Jahres im Künstlerhaus Mouson-Turm war eine Zusammenfassung dessen, was die Künstler aller Sparten unter dem medico-Dach vereinte. "Das ist das leise Anarchistische, das im Unterton immer mitschwingt, das auch nicht aufhört und das heute vielleicht etwas poetischer geworden ist." Aus diesem Grund sei sie vor acht Jahren nach Frankfurt gegangen. Und, so möchte man angesichts ihres Wegganges auch sagen, sie hat zu dessen Erhaltung einiges beigetragen.

Neben dem Freiburger Kabarettisten Matthias Deutschmann las sich die Liste der beteiligten Künstler wie ein Who is Who der Frankfurter Kleinkunst-Szene: Sabine Fischmann, Frank Wolff, Michael Quast, und viele mehr. Varieté-Künstler des Tigerpalastes und Stipendiaten des Ensemble Modern vervollständigten das Programm. Auch an diesem Abend, so Schweeger, könne man die ungeheure Spannbreite dieses leisen Anarchistischen wiedererkennen. Nebenbei lieferte Schweeger auch eine poetische Beschreibung des medico-Selbstverständnisses: "Hier ist eine Organisation, der es nicht nur um humanitäre Hilfe im weitesten Sinne geht, sondern auch um eine politische Haltung, die eine kulturelle Möglichkeit beinhaltet. Das heißt, Hilfe in einer Form zu geben, dass der Mensch erkennt, wie unendlich viele Spielräume er hat, sich selbst zu helfen, dadurch souverän und stark zu werden, um sich nicht leicht beherrschen zu lassen."

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