medico international

medico Rundschreiben 02/2007

Treffen der Troublemaker

Symposium "Patienten, Patente und Profite" entwickelt Alternativen zum Patentsystem

Mehr als 100 Personen aus Wissenschaft, Politik, staatlicher wie nicht-staatlicher Entwicklungszusammenarbeit und Aktivistennetzwerken folgten am 10.5.2007 der Einladung zum Tagessymposium "Patienten, Patente und Profite" von medico international und den Mitveranstaltern BUKO Pharma-Kampagne, Brot für die Welt und Misereor.

Der Veranstaltungsort, die Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund in Berlin unweit des Brandenburger Tores, war im Hinblick auf den bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm mit Bedacht gewählt. Auf den hochkarätig besetzten Podien lieferten Gesundheitsexperten aus den USA, Thailand, Kenia, Brasilien, Südafrika und anderen Ländern fundierte Bestandsaufnahmen und Analysen zum sich verschärfenden Spannungsfeld von globaler Gesundheit und geistigem Eigentum. Dabei gingen die Experten weit über die Kritik am bestehenden auf Privatisierung setzenden System von Forschung, Entwicklung und Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten hinaus. Sie entwickelten gemeinsam Vorschläge für öffentlich gesteuerte Forschung und für alternative Anreiz- und Preissysteme, die günstige Medikamente und damit Zugang für Arme sichern könnten. Das Resümee des thailändischen Gastes, Suwit Wibulpolprasert: "Da habt ihr ja alle Troublemaker weltweit eingeladen." Das bezog sich nicht nur auf die thailändische Regierung, die zur großen Empörung von Big Pharma mehrere Zwangslizenzen auf AIDS- und Krebsmedikamente verhängt hat, um preiswerte Nachahmerprodukte importieren und auf Dauer eine eigene preiswerte Produktion installieren zu können. Einer von ihnen war auch Jonathan Berger, Rechtsanwalt aus Südafrika, mit dem wir nebenstehendes Interview führten.

Die Redebeiträge der Tagung sind auf unserer Website nachzuhören. Den Link finden Sie rechts.

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