

UN-Sicherheitsrat beschließt Interventionspläne, State Department droht mit Drohnenkrieg, medico international diskutiert die Handlungsoptionen der malischen Zivilgesellschaft.
Der UN-Sicherheitsrat hat am 11.10.2012 den Weg für einen Militäreinsatz im westafrikanischen Mali einstimmig geebnet. In den nächsten 45 Tagen sollen sowohl der Umfang eines Militäreinsatzes wie auch seine Kommandostruktur geprüft werden. Damit entsprach der Sicherheitsrat der Interventionsforderung, die während der UN-Vollversammlung in New York der malische Premierminister Cheick Modibo Diarra vorgebracht hatte und die auch die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS zur Bedingung eines militärischen Handels gemacht hatte. Auch der EU-Ratspräsident und frische Friedensnobelpreisträgervertreter Herman van Rompuy erklärte die Bereitschaft der Europäischen Union im Falle einer militärischen Aktion Unterstützung zu leisten. Ebenso drängt die ehemalige Kolonialmacht Frankreich auf eine schnelle Lösung der malischen Krise, will sich aber selbst mit Soldaten eher zurückhalten – drohten doch bereits radikalreligiöse Kämpfer im Sahel französische Geiseln bei zu forschem Auftreten französischer Militärs zu enthaupten.
Die USA hat hier weniger Skrupel und spätestens nach dem Tod ihrer Botschaftsangehörigen im libyschen Bengasi prüft das State Department die Möglichkeiten eines Drohnenkriegs gegen angebliche „Al Qaida-Nester“. Gerüchteweise sind bereits "Zielpakete" über Verdächtige geschnürt worden, offenbar auch mit aktiver Hilfe von libyschen Behörden, durch die radikalreligiöse Kämpfer aufgrund von Zeugenaussagen, Videos und Fotos identifiziert werden konnten. Darüber hinaus liefern die USA militärisches Gerät für die ebenfalls von „Al-Qaida-Milizen“ bedrohten Nachbarländer Mauretanien und Niger, hielten im Sommer Militärübungen in der Region ab und diskutiert nun laut Washington Post die „Pakistanisierung des Sahel“ – sprich: den Einsatz von Drohnen über Nord-Mali.
Aus aktuellem Anlass diskutiert medico international am 25.10.2012 zusammen mit Alassane Dicko aus Bamako vom medico-Partner AME die Positionen und Handlungsmöglichkeiten der malischen Zivilgesellschaft angesichts eines militärischen Interventionsszenarios. Hintergründe finden Sie im medico-Positionspapier hier: „Düstere Perspektive im Sahel“ (Frankfurt), Beginn: 20.00 Uhr. Eintritt frei – es lohnt sich!
Veröffentlicht von Martin Glasenapp am 15.10.2012 | 0 Kommentare
