
... Bereits in Mexiko sind die «Mojados» Migranten ohne gültige Papiere und damit recht- und schutzlos. Das soll die Menschen wohl von der Emigration in den Norden abschrecken, vermutet Priester Pantoja. «Mexiko erledigt die schmutzige Arbeit für die Amerikaner.»
Der Geistliche weist regelmäßig auf die Tragödien hin, die sich auf den mexikanischen Zügen abspielen. Vor zwei Jahren ereignete sich das bisher blutigste Massaker. In San Fernando, Nordmexiko, metzelten Killer 72 zuvor vom Zug gekidnappte Migranten nieder. Sie hatten sich geweigert, für das dortige Drogenkartell zu arbeiten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatten Beamte der Einwanderungsbehörde die Menschen an die Kartelle verkauft. Seitdem kontrollieren die Beamten die Züge nicht mehr.
Verbessern würde sich die Lage, erhielten die Durchreisenden automatisch gültige Papiere. Doch dem steht die zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Mexiko entgegen, dem Schwellenland zwischen dem Armenhaus Zentralamerika und dem reichen Norden.
Zu spüren bekommen das die Notherbergen in Huehuetoca und 53 weiteren Orten entlang der Bahnlinien, die von engagierten Mexikanern, einigen wenigen mutigen Geistlichen und ausländischen Organisationen wie etwa medico international aus Deutschland getragen werden. Immer wieder müssen sie nach Anschlägen, Überfällen und Morddrohungen gegen die freiwilligen Helfer schließen. «Das organisierte Verbrechen umgibt immer unsere Häuser. Es sieht die Migranten als Ware», klagt Pantoja.
Die ganze Geschichte auf: www.epd.de
Veröffentlicht von medico am 20.09.2012 | 0 Kommentare
