
Die Lage in der kolumbianischen Provinz Cauca spitzt sich zu. Wie der medico-Partner Fundación Tierra de Paz berichtet, fehlt es in der Region an Trinkwasser, da bei Gefechten Leitungen beschädigt und Quellen verunreinigt wurden. Der Schulunterricht kann nicht stattfinden, Straßen und andere Zugangswege in der Region sind nicht passierbar. Immer wieder geraten Unbeteiligte in die Gefechte der Kriegsparteien und werden verletzt oder getötet.
Tierra de Paz unterstützt die Betroffenen mit Lebensmitteln und leistet psychosoziale Hilfe.
Anders als von vielen deutschen Medien berichtet, scheint sich die Sicherheitslage in Kolumbien in den letzten Jahren für einen Großteil der Bevölkerung keineswegs verbessert zu haben. Zwar ist die Zahl der Entführungen zurückgegangen, die Mordrate in den Städten ist jedoch in der letzten Zeit wieder gestiegen und nach wie vor kommt es immer wieder zu Vertreibungen. Betroffenen sind vor allem die ärmeren Bevölkerungsgruppen.
Die indigene Bevölkerungsgruppe in der Provinz Cauca protestierte gegen die Verschlechterung ihrer Lebenssituation. Völlig unbewaffnet schafften es hunderte Indígenas, die kolumbianische Armee von einem Stützpunkt in ihrem Gebiet zu vertreiben.
Weitere Informationen zu der Situation in Cauca:
Raul Zelik: Kolumbien: Bewaffneter Konflikt und indigene Autonomie
medico international: Die Mine im Vorgarten
Veröffentlicht von Sören Hilbrich am 27.08.2012 | 0 Kommentare
