medico international

24.08.2012

Syrien: Ziviler Widerstand und Selbstorganisation

Beispiele aus dem palästinensischen Camp al-Yarmouk (Damaskus)

Der (deutschsprachige) Al-Sharq-Blog ist eigentlich immer einen Klick wert. Bringt er doch oft interessante "Nachrichten und Hintergründe rund um den Nahen und Mittleren Osten - Von Mauretanien bis Iran, von Aleppo bis Sanaa", wie es dort heißt. Der aktuelle Beitrag von Ansar Jasmin "Der Mikrokosmos der syrischen Revolution" gibt uns einen kleinen Einblick in die eher unbekannten Seiten des widerständigen Alltags der unbewaffneten lokalen Bürgerkomitees und hier besonders der jungen AktivistInnen im palästinensischen Füchtlingslager al-Yarmouk im Süden von Damaskus.

Ansar Jasmin beschreibt, wie zahlreiche Komitees nicht nur weiterhin demonstrieren (auch wenn die Medien darüber immer weniger berichten!), sondern auch begonnen haben ihre durch Militäraktionen beschädigten Viertel wieder aufräumen, oder versuchen den stinkenden Müll zu entsorgen, der mittlerweile gesundheitsgefährdende Dimensionen angenommen hat: "Der Akt des kollektiven Säuberns des eigenen Wohnviertels bedeutet vielmehr eine Aneignung dieser. Eine Aneignung von Räumen, in denen es 40 Jahre lang verboten war, Meinungsfreiheit wahrzunehmen, geschweige denn eine Demonstration zu veranstalten."

Vor allem aber berichtet sie darüber, wie die Komitees versuchen das Problem der zunehmenden Bewaffnung (u.a. durch Regime loyale palästinensische Organisationen) im Camp in den Griff zu kriegen: "Die jugendlichen Aktivisten sind sich der Konsequenzen der willkürlichen Bewaffnung vollkommen bewusst und haben deswegen die Kampagne unter der Überschrift: 'Nein zum Waffen-Chaos im Mukhayyam al-Yarmouk' gestartet. (...) Das Camp ist aufgrund des hohen palästinensischen Bevölkerungsanteils und der Anwesenheit der verschiedenen palästinensischen Parteien im Camp hoch politisiert, hinzu kommt die hohe Bevölkerungsdichte. Die Aktivsten betonen ganz klar, dass vor diesem Hintergrund eine Bekämpfung der willkürlichen Bewaffnung im Camp nicht mit einer Gegenbewaffnung entgegenzuwirken sei. Deswegen hat man sich als Mittel der Bekämpfung dieser Bewaffnung auf eine zivile Kampagne gestützt."

Veröffentlicht von medico am 24.08.2012 | 0 Kommentare

 

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