
In Zusammenhang mit den Abrissverfügungen für das gemeinsame Projekt der israelischen Organisation Comet-ME und von medico schreibt Die Zeit in ihrer letzten Ausgabe vom 21. Juni: "Sie gilt als eine der intelligentesten Entwicklungsprojekte der Welt: eine kleine, mobile Solaranlage im israelisch verwalteten Teil des Westjordanlands, finanziert durch Spenden und vom deutschen Auswärtigen Amt. Außenminister Westerwelle hat sich persönlich für das Projekt starkgemacht. Nun haben die israelischen Behörden den palästinensischen Bewohnern der Orschaft, die von der Anlage mitversorgt wird, eine Abrissverfügung übermittelt. Die Siedlung sei illegal. Den 1.500 palästinensischen Bewohnern, deren Vorfahren seit dem 19. Jahrhundert in der Gegend leben, brachte die Solaranlage elektrisches Licht, Heizung und Strom. Die Bundesregierung förderte das Projekt, um auch für Menschen in den besetzten Gebieten Mindesrstandards der Selbsversorgung zu ermöglichen. Das Auswärtige Amt hat 600.000 Euro in die Anlage investiert. Man werde sich, so ein Sprecher, gemeinsam mit den EU-Partnern weiter mit Nachdruck für den Erhalt deutscher und internationaler Projekte in den israelisch verwalteten Palästinensergebieten einsetzen."
In der heutigen Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau ist eine lesenswerte Reportage der renommierten Journalistin Inge Günther zu lesen: "Sussia ist seit 1200 jüdisch, behaupten die Israelis. Die Palästinenser wurden in den Nachbarort, das palästinensische Sussia, vertrieben. Der Ort, in dem Deutschland sich mit Entwicklungshilfe engagiert, soll jetzt verschwinden. Kann Westerwelle helfen?"
Veröffentlicht von Tsafrir Cohen am 22.06.2012 | 0 Kommentare
