medico international

08.06.2012

Mexiko: Morddrohungen gegen medico-Partner „M3“ und „La 72“

medico fordert mexikanische Regierung auf, die AktivistInnen zu schützen

Die unaufhaltsame Spirale der Drohungen, die bereits Ende 2010 begannen und zuletzt in massive Morddrohungen mündeten, haben Rubén Figueroa, Aktivist des medico-Partners Mesoamerikanische Migrationsbewegung (M3 – Movimiento Migrante Mesoamericano), nun dazu veranlasst Tenosique, die mexikanische Grenzstadt zu Guatemala, erst einmal auf unbestimmte Zeit zu verlassen. Seit über 2 Jahren unterstützte Rubén von der M3 dort den Fransikanermönch Tomás Gonzalez beim Aufbau der Migrantenherberge „La 72“, ebenfalls medico-Partnerorganisation (medico finanziert die Einrichtung einer kleinen Gesundheitsstation in „La 72“). „Auf keinen Fall aber werde ich mein Engagement für die Rechte der Migranten und Migrantinnen aufgeben“, erklärt Rubén, und wer ihn kennt weiß, dass es ihm ernst damit ist.

Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Drohungen von den Banden der organisierten Kriminalität und deren Helfershelfern aus den staatlichen Institutionen kommen und dass sie ernst zu nehmen sind. Erst kürzlich entschloss sich der Geistliche, Padre Solalinde, Gründer und engagierter Leiter der Migrantenherberge in Ixtepeque, angesichts massiver Morddrohungen, verbunden mit dem Ausschreiben eines Kopfgeldes gegen ihn und angesichts der Unfähigkeit der staatlichen Sicherheitsdienste seine Unversehrtheit zu garantieren, eine ohnehin geplante Rundreise durch die USA und Kanada vorerst auf einen zweimonatigen Aufenthalt außer Landes auszudehnen. Im Falle Tenosique wird berichtet, dass Mitglieder der Bundespolizei Mitarbeitern von „La 72“ gegenüber geäußert hätten: „Auch wir lesen die Bibel und auch dort passieren schreckliche Dinge, seid also besser sehr vorsichtig“.

Fray Tómas, der ebenfalls massiv bedroht wird, will in Tenosique bleiben und sein Eintreten für die Rechte der Migranten und Migrantinnen fortsetzen. Fray Tomás ist sich im Klaren: „Wir sind sehr verletzlich! An wen sollen wir uns denn wenden, wenn die Autoritäten, die für die Sicherheit zuständig sind, die ersten sind, die die Gesetze brechen, und in uns ihren Feind Nummer 1 sehen.“

medico erklärt seine Solidarität und Unterstützung, verurteilt die Angriffe gegen Menschenrechtsaktivisten in Mexiko und fordert die mexikanische Regierung auf endlich deren Schutz zu gewährleisten.

Veröffentlicht von Dieter Müller am 08.06.2012 | 0 Kommentare

 

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