
Die Hybris eines Prometheus, bestehende, ja göttliche Verhältnisse infrage zu stellen sei eins seiner Hauptmotive, so Thomas Ostermeier. In der maßlosen Selbstüberschätzung stecke die Möglichkeit die Welt zu verändern. In einer berühmten Streitschrift fordert uns der Widerstandskämpfer, Diplomat und Menschenrechtler Stephane Hessel dazu auf uns über die bestehenden Verhältnisse zu empören. Ostermeier möchte uns da antreiben: Ja, empört Euch, und fürchtet Euch dabei nicht vor der Fallhöhe, denn wir brauchen mehr Hybris, die Bereitschaft unser gesamtes System - die inhärente Kluft zwischen arm und reich, die schleichende Militarisierung der Gesellschaft, die zunehmend autoritären Strukturen - zu hinterfragen.
Ein Beispiel für so eine Hybris stellt für den Intendanten der Schaubühne Juliano Mer Khamis dar. Der Mann, der so vermessen war, dass er mit seinem Freedom Theatre den Kampf gegen die israelische Besatzung wie gegen religiös begründete patriarchale Machtstrukturen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft gleichzeitig aufnahm.
Sehenswert: Square - Ein Gespräch mit Thomas Ostermeier
Veröffentlicht von Tsafrir Cohen am 19.02.2012 | 0 Kommentare
