medico international

30.08.2014

Braucht es fürs Spenden einen Kick?

Nein, antwortet die Leiterin der medico-Öffentlichkeitsabteilung auf die sonntaz-Frage

"In Zukunft wird jeder 15-Minuten berühmt sein" - Andy Warhols Worte sind von der Fundraising-Industrie beherzigt worden. Spenden als Teil von Selbstinszenierung ist so das Gegenteil zum Akt des Spendens als Zeichen der Solidarität und Empathie. Nein, es braucht keinen Kick, sondern es braucht kritische Vernunft.

Wer für die Arbeit syrischer Ärzte spendet, die die Demokratiebewegung unterstützen, oder palästinensischen Menschenrechtlern im Gaza-Konflikt zur Seite steht, der weiß um die Wirklichkeit der Globalisierung und die Notwendigkeit der Veränderung. Diese aufgeklärten Spenderinnen und Spender gibt es zur Genüge. Sie begnügen sich in einer paradoxen und widersprüchlichen Welt nicht mit Helmut Kohls Satz „Hauptsache, es wird geholfen“. Sie wollen wissen, wer, wem, warum, und mit welchem Ziel hilft. Dann kann Hilfe überflüssig werden, und das sollte doch das eigentliche Ziel des Spendens sein.

Veröffentlicht von Katja Maurer am 30.08.2014

 

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